smilla Einsteiger-Tasche zum Nachnähen

Hallo ihr Lieben, dieses Taschenmodell ist unser Klassiker aus dem smilla-Taschennähkurs „Baggy“. Das wurde schon so oft genäht – vor allem auch von Anfängern. Denn die Tasche ist einfach zu machen und sieht toll aus. Das glaubt einem dann hinterher kaum einer, dass die wirklich selbstgenäht ist.

Das Modell ist ja quasi nur eine Art Schlauch, der umgeklappt wird. Die Variante, die ihr hier seht, hatten wir für die Zeitschrift „Nähen mit Wachstuch“ von PARTNER MedienWerkstatt gemacht. Die hat natürlich noch ein paar Finessen, die ihr machen könnt, aber nicht müsst. Ein schöne Paspel am Rand, zum Beispiel, oder die Gurtversteller und natürlich der Taschenverschluss. Wem das zu kompliziert ist, der lässt das einfach weg. Die Tasche funktioniert auch so.

Neben Wachstuch könnt ihr natürlich auch alle Baumwollstoffarten nehmen – je fester, desto besser. Die Stoffkombination macht die Tasche! Wenn ihr mit dünnen Baumwollstoffen arbeitet, dann bügelt ihr einfach noch eine Lage Volumenvlies mit ein, z.B. H 630 das etwas dickere H 640.

Wachstuch smilla berlin

Wachstuch in vielen Designs und Variationen findet ihr bei smilla im Laden und im Onlineshop, www.smilla-berlin.de

Wir haben uns für einen tollen Wachstuchstoff von echino entschieden.
Die kommen aus Japan, haben ganz besonders ausgefallene Designs und sind auch von einer festeren Qualität. Diese Taschen halten echt was aus und man braucht kein Volumenvlies. Echino-Stoffe und schöne Wachstucharten findet ihr übrigens im smilla Onlineshop. Schaut mal rein.

So, und nun geht es auch schon los.

Für die Tasche braucht ihr:
Je 40 cm Außenstoff und Innenstoff nach Wahl, ganz gleich, ob der Stoff 110 cm oder 140 cm breit ist.
80 cm Volumenvlies H 630 oder H 640 (nur bei dünnen Baumwollstoffen nötig).

Wenn ihr am Gurtband einen Versteller (Leiterschnalle) einsetzen möchtet, damit ihr die Länge immer mal variieren könnt, dann braucht ihr:
2 m passendes Gurtband, 4 cm breit
1 Versteller 4 cm breit
2 D-Ringe 4 cm breit

Wenn nicht, dann passt die Länge des Gurtbandes einfach an euren Körper an. Einfach einmal quer über die Schulter messen, eben so, wie ihr die Tasche hinterher tragen möchtet, und noch weitere ca. 10 cm dazu geben, da die Gurtenden ja umgeklappt und auf der Taschenrückseite festgenäht werden müssen.

Wenn ihr seitlich eine Paspel einarbeitet, braucht ihr 110 cm in der passenden Farbe.

Wenn die Tasche einen Verschluss haben soll, benötigt ihr zusätzlich:
Schmales Gurtband: 20 cm
1 Rucksackschließe

Die Skizze/Der Schnitt
Die abgebildete Tasche ist bei geschlossener Klappe ca. 35 x 35 cm groß. Aufgefaltet ist sie ca.50 x 35 cm groß. Diese Größe könnt ihr natürlich wunschgemäß verändern. Das ist das Gute daran.

Schnitt/Skizze Wachstuchtasche smilla

Die Angaben sind inklusive der Nahtzugaben. Damit der umgeklappte Teil hinterher so breit wird wie die Tasche selbst, verläuft unser Schnitt leicht konisch (siehe Skizze). Wenn ihr stattdessen einfach ein Rechteck zuschneidest, dann ist der umgeklappte Teil hinterher etwas breiter als die Tasche, weil diese sich durch die abgenähten Ecken etwas verjüngt. Das ist alles Geschmacksache. Ganz wie ihr wollt.

Zuschneiden:
Schneidet zuerst den Außenstoff (Wachstuch) und den Futterstoff (Baumwollstoff) jeweils im Stoffbruch in den Maßen der Skizze zu. Ihr erhaltet also je 1 konisch verlaufendes Rechteck, 110 cm lang. Wenn ihr möchtet, schneidet ihr aus dem Futterstoff  noch ein kleines Rechteck zu, das wird die Innentasche.
Achtung: Wenn ihr dünne Baumwollstoffe verwendet, dann bügelt ihr das Volumenvlies bitte vor dem Zuschneiden auf die linke Seite des Außenstoffes auf.

Nähen:
Zuerst zur kleinen Innentasche.
Bügelt die lange Seite des Stoffstückes 2 mal 1 cm um und steppt sie oben ab. Die anderen 3 Seiten werden jeweils 1 cm nach innen gebügelt. Positioniert nun die Innentasche auf dem Futterstoff links auf rechts im unteren Drittel (da die Tasche oben umgeklappt wird) und steppt sie an 3 Seiten fest. Die obere Kante bleibt offen. Die Innentasche ist schon mal drin.

Nun die Innentasche. Legt den Futterstoff rechts auf rechts und steppt die Seitennähte zusammen.
Näht die Bodenecken 8 cm breit ab. Legt dafür an den Ecken jeweils die Seitennaht auf den Stoffbruch und steppt im rechten Winkel die Bodenecke ab. Das überstehende Dreieck schneidet ihr bis auf die Nahtzugabe zurück. Das Innenteil der Tasche ist erstmal fertig.

Wenn ihr mit einem Versteller arbeitet, geht es so weiter:
Schneidet vom breiten Gurtband 2 Streifen à 20 cm zu und fädelt diese jeweils in einen D-Ring ein.

Detail Wachstuchtasche smilla

Bringt die Gurtbänder mit den D-Ringen am Wachstuch auf der Taschenrückseite an, und zwar etwa 25 cm (siehe Skizze) von der Eingriffskante oben und 5-6 cm von der jeweiligen seitlichen Kante entfernt. D-Ringe schön hoch schieben und feststeppen. Dann das Gurtband einschlagen, einmal rundherum und zur Sicherheit nochmal ein Kreuz steppen. Das hält.

Wenn ihr keinen Versteller und keine D-Ringe habt, dann könnt ihr euer Gurtband auf dieser Position auch direkt aufnähen. Dann muss es allerdings schon in der genau passenden Länge plus ca. 10 cm sein. Die braucht ihr, weil das Gurtband vor dem Aufnähen noch einmal umgeklappt wird. Dann wie beschrieben feststeppen.   

Weiter geht es mit der Rucksackschließe und mit der Taschenaußenseite, also dem Wachstuch.
Schneidet vom schmalen Gurtband 10 cm ab und positioniert es auf der Taschenvorderseite.  Messt von den beiden Seiten die Mitte aus und achtet darauf, dass die Schließe nicht zu tief angenäht wird, da der Boden der Tasche ja auch noch wegklappt (5-6 cm von der Stoffbruchlinie).

Näht zuerst nur die gerade Naht an der Oberkante des Gurtbandes, fädelt das Unterteil der Schließe ein und klappt das Gurtband so um, dass die offene Kante verschwindet. Achtet auch hier (wie bei den D-Ringen) darauf, dass die Schließe ganz nach oben geschoben wird, bevor ihr ein Viereck (plus Kreuz) auf dem Gurtband näht.

Das Oberteil der Schließe ist etwas einfacher anzubringen. Ihr fädelt die restlichen 10 cm des schmalen Gurtbandes in die Schließe ein und positioniert sie genau an der Oberkante des Taschenrückteils. Messt von den beiden Seitennähten die Mitte aus. Die Schließe muss dabei mit der Oberseite auf dem Wachstuch liegen und nach  unten in Richtung Taschenboden zeigen. Nun näht ihr sie innerhalb der Nahtzugabe oben an der Kante fest.

Jetzt kommen wir zu den Paspeln.
Halbiert das Paspelband, steckt es sorgfältig auf der Vorderseite der Tasche an den beiden langen Seiten fest, so dass die Paspel nach innen zeigt, und steppt sie vorsichtig ab.
Unser Tipp: Wenn ihr einen Reißverschlussfuß zur Hand habt, dann setzt ihn hierfür ein. Dann könnt ihr sehr dicht an der Kante nähen, das geht besser.

Legt das Wachstuch nun rechts auf rechts zusammen und steppt die Seitennähte ab. Näht langsam und versucht so gut wie möglich direkt neben der Naht der Paspel zu arbeiten. Dann kommt sie nachher schön raus.

Näht als nächstes die Bodenecken wie schon beim Innenfutter 8 cm breit ab.

Steckt nun die Außentasche und die Futtertasche rechts auf rechts ineinander, achtet dabei darauf, dass die Futterseite mit der Extratasche in Richtung Taschenrückseite zeigt. Steppt die offenen Kanten rundherum bis auf eine ca. 15 cm breite Wendeöffnung seitlich oder oben zusammen.

Wendet eure Tasche nun vorsichtig durch dieses Loch. Je nach Material ist das ein bisschen knifflig, aber es geht. Dann erstmal den Stoff wieder in Form ziehen und ggf. bügeln. Danach steppt ihr den oberen Rand nochmals ab – wenn ihr wollt, auch doppelt.

Fädelt zum Schluss das restliche Stück vom breiten Gurtband in den Versteller und durch die zwei D-Ringe. Dort macht ihr eine Schlaufe aus den Gurtbandenden und näht sie am Band fest. Und fertig ist eure neue, einzigartig schöne Designertasche.

Schaut mal:
hier haben wir sie nochmal aus einem festen Baumwollstoff gemacht. Sieht doch auch schön aus, findet ihr nicht?

Apfeltasche by smilla berlin

Schöne Variante aus festem Baumwollstoff von cotton + steel. Funktioniert auch ohne Schließe, denn die Tasche klappt sich einfach um.

Und übrigens: Wissenswertes im Umgang mit Wachstuch erfahrt ihr in unserem smilla Blogbeitrag Wachstuch und laminierte Stoffe – Wie geht man damit um

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Start eurer neuen Taschenkollektion, denn bei einem Modell wird es ja sicher nicht bleiben….

Seid herzlich gegrüßt,
eure Tina

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

4 Gedanken zu „smilla Einsteiger-Tasche zum Nachnähen
  1. #2
    A. Barth

    Hallo,
    bin keine Vielnäherin. Mein 9-jähriger Sohn hat das Nähen für sich entdeckt und da wollte ich doch glatt auch ein bisschen mithalten. Nachdem ich Eure Windmühlentasche vollendet hatte, habe ich mich an die Baggy gemacht. Laminierter Echinostoff außen und normaler Baumwollstoff als Futter; mit Paspel und Verschluss. Die Tasche ist für meine Ansprüche recht gut gelungen. Die Anleitungen sind wirklich einfach, aber dennoch zur Perfektion ausgefeilt. Im leeren Zustand sieht die Tasche super aus. Beladen biegen sich leider die Ecken des Umschlages nach oben bzw. Richtung Mitte. Das ist etwas Schade. Ich weiß leider auch gar nicht, wie ich das hätte vermeiden können: doch Volumenflies, ein längerer Umschlag, ein Verstärkung nur an der Öffnung, …?
    Vielen Dank jedenfalls für das Teilen der Ideen.

    Antworten
    1. #3
      Sabine Opderbeck

      Liebe A.Bart,
      wir freuen uns, dass Du auch unsere Baggy mit dem Paspel genäht hast, sie ist auch eine der Lieblinhgstaschen im Baggy-Taschennähkurs bei uns. Auch unsere Tasche kippt ein wenig nach innen, wenn sie voll beladen ist. Es ist immer abhängig von dem Annähpunkt der Gurtbänder hinten. Je weiter diese in der Mitte liegen umso mehr kann die Tasche einknicken. Natürlich hängt es auch mit der Dicke des Materials zusammen. Wenn der Wachstuch-Stoff recht dünn ist, ist es immer besser noch eine Einlage zu verwenden.
      Ich hoffe, ich konnte Dir mit den Tipps so weit erst einmal helfen. Willst Du uns vielleicht auch mal ein Foto Deiner Tasche schicken? Wir würden uns freuen.
      Liebe Grüße
      Sabine

      Antworten
  2. Pingback: social signals