Guertel selbernaehen smilla berlin

smilla Nähanleitung – Gürtel selbermachen

Ein schöner Gürtel ist ein ganz wunderbares, modisches Accessoire, das einem Outift den letzten Schliff verleiht. Man kann nie genug davon haben, finde ich. Normalerweise kaufen wir uns Gürtel ja, es geht aber auch anders: „Gürtel selbermachen“ ist mein heutiges Thema. Das ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Wie man das macht, verrate ich Dir jetzt:

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Ein echtes Unikat: Einfach Deinen individuellen Gürtel selbermachen. Dekostoff Habitat, im smilla Onlineshop erhältlich.

Gürtel selbermachen – Das brauchst Du:

1. Eine Gürtelschnalle
Wer einen Gürtel selbermachen will, braucht zu allererst eine Gürtelschnalle. Sie ist das wichtigste Teil, denn sie bestimmt ja die Breite und den Look Deines Gürtels. Gürtelschnallen bekommt man in Kaufhäusern, Bastelläden und natürlich auch im Internet. Schau aber zuerst mal in Dein Repertoire. Ist da vielleicht ein Gürtel, der längst ausgedient hat? Dann schneide einfach die Schnalle heraus und mach Dir einen neuen.   

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2. Nähmaschinennadel
Unbedingt solltest Du hierfür eine stärkere Nadel einsetzen (Stärke 90 oder 100), optimalerweise sogar eine Jeansnadel. Sie ist spitzer als herkömmliche Nadeln und durchdringt die Stofflagen besser.

3. Metallösen
Ca. 4-6 Metallösen, je nachdem, wieviele Ösen Du haben möchtest. In Gold, Silber oder Bronze, was eben am besten zu Deinem Oberstoff passt. Durchmesser je nach Dorn, meist 5 mm.

Mit dabei in der Ösenpackung ist in der Regel ein Werkzeug, mit dem Du sie anbringen kannst. Noch besser ist es, wenn Du eine Ösenzange (Variozange von PRYM). Mit ihr lassen sich Ösen besonders einfach und perfekt anbringen.  

4. Stoff
Geeignet sind Baumwollstoffe (am besten eine festere Qualität, wie z.B. Dekostoffe , Jeans, Cord, etc.) Alles, was so eine leichte Festigkeit hat. Allzu dünn sollte der Stoff jedenfalls nicht sein.

Hier hat man nun viel Gestaltungsspielraum. Wer einen ganz besonderen Gürtel selbermachen will, verziert den Stoff vorab mit Zierstichen (Stickvlies unterlegen) oder kombiniert Reststückchen, näht sie zu einem Patchworkstoff zusammen und verarbeitet diesen weiter zum Gürtel. Das kann sehr reizvoll aussehen, wie man hier sieht. 

guertel selbernaehen, patchwork

Die Idee: Dein Gürtel als Patchwork, aus Stoffresten. Kann auch toll aussehen.

5. Vlies zur Verstärkung
Je nachdem wie steif und stabil Dein Gürtel werden soll, empfiehlt sich
Schabrackeneinlage S320 (festere Stabilisierung),
oder Vlies H250/H200 (mittlere Stabilisierung)
oder Gewebeeinlage G700 (leichtere Stabilisierung).

Du kannst übrigens auch „Bundfix“ von Freudenberg nehmen. Das ist ein vorgestanztes Vlies für Rock oder Hosenbunde. Man kann es perfekt falzen, gerade für einen Gürtel ist das gut geeignet.  

Es gibt nun unterschiedliche Arten, wie man einen Gürtel näht.  


Gürtel selbermachen – Variante 1
Stoffteile verstürzen und wenden

Zuerst misst Du an Deiner Gürtelschnalle die Breite aus, die der Gürtel hinterher haben soll. Der innere Steg ist entscheidend. Danach bestimmst Du die Länge, die Dein Gürtel haben soll. Am besten Du nimmst einen Gürtel zur Orientierung, der Dir gut passt und misst diesen nach.  

Zuschneiden
Schneide einen Stoffstreifen zu, und zwar in der doppelten Breite des Gürtels zuzüglich 1 cm Nahtzugabe an den Seiten und der Zunge. Am Gürtelende 5 cm Nahtzugabe, denn hier wird später der Gürtel als Schlaufe in die Schnalle gelegt.

Im gleichen Format schneidest Du einen Streifen Vlies zu.

Nähen
Als erstes bügelst Du das Vlies auf die linke Stoffseite.
Danach faltest du den Stoffstreifen zur Hälfte, rechts auf rechts und bügelst eine scharfe Kante.

Überlege Dir, wie der Gürtelabschluss vorne sein soll, also die Zunge.
Sie kann gerade enden oder abgerundet sein oder ein Dreieck bilden. Überprüfe an Dir, welches Ende des Schlauches hinterher das sichtbare Gürtelende sein wird und schneide die Form inkl. 1 cm Nahtzugabe zu. Beachte dabei auch, wenn Dein Stoffmuster ein Oben und Unten hat, nicht dass das Design hinterher auf dem Kopf steht.

runde guertelzunge

 

Nähe nun die lange Seite und das kurze Zungenende (berücksichtige die Nahtzugabe) zusammen, und lass das andere Ende offen, um den Gürtel später zu wenden.   

Je nach Form der Zunge macht es Sinn, vor dem Verstürzen die Nahtzugabe vorne zurückzuschneiden, damit sich alles schön legt.

Nun musst Du den Gürtel durch die kleine Öffnung wenden. Da es ein langer, schmaler Schlauch ist, kann das ein bisschen knifflig werden. Gut ist, wenn du eine Wendenadel (PRYM) hast. Alternativ geht auch eine dicke Stricknadel oder ein Kochlöffel oder ein Besenstiel, das muss Du einfach ausprobieren.

Geschafft? Dann bitte erst mal bügeln, so dass saubere Kanten entstehen.

Für den perfekten Look steppst Du nun nochmal von oben sehr knappkantig ringsrum. Hierfür kannst Du entweder kontrastierendes Garn verwenden, wenn Du willst, dass man die Naht sieht, oder eben farblich passendes, wenn sie eher verschwinden soll.

guertelsteppnaht

Auch kannst Du überlegen, ob Du hier den 3fach Geradstich einsetzt. Das ergibt eine besonders plastische Naht.

 

Gürtel selbermachen – Variante 2
Stoffteile links auf links legen und zusammensteppen

Sind Ober- und Unterstoff verschieden? Dann könnest du auch so verfahren:  

Zuschneiden
Für diese Variante schneidest Du aus beiden Stoffen (Ober- und Unterteil) jeweils die Gürtelbreite plus  1 cm Nahtzugabe an den Seiten und der Zunge. Am Gürtelende 5 cm Nahtzugabe, denn hier wird später der Gürtel als Schlaufe in die Schnalle gelegt. 

Vlies: Im gleichen Format schneidest Du einen oder zwei Streifen zu – je nachdem wie steif und stabil Dein Gürtel werden soll.

Bügle als nächstes die Viesstreifen auf die linke Stoffseite(n) auf.

Nun kannst Du wie bei Variante 1 weiterverfahren oder Dir das Verstürzen ersparen. Das geht so:
Überlege auch hier zuerst, wie der Gürtelabschluss vorne, also die Zunge, aussehen soll. Gerade, rund oder dreieckig? Überprüfe an Dir, welches Ende der Teile hinterher das sichtbare Gürtelende sein wird und schneide die Form inkl. 1 cm Nahtzugabe an Ober- und Unterseitenteil gleichmäßig zu. Beachte dabei auch, ob Dein Stoffmuster ein Oben und Unten hat, nicht dass das Design hinterher auf dem Kopf steht.

Wenn Du eine Rundung hast, dann schneide schmale Dreiecke in die Nahtzugabe ein, damit sich der Stoff im nächsten Schritt besser umk­­­­lappen lässt.  Bei einer eckigen oder dreieckigen Variante musst du ebenfalls die Nahtzugabe zurückschneiden, damit es sich schön legt.

Nun klappst Du die Nahtzugaben bei beiden Stoffteilen ringsrum um und bügelst sie so, dass eine schöne Kante entsteht. Hierfür kannst du Dir eine Bügelschablone aus Pappe machen oder noch besser, Du verwendest ein sogenanntes Bügellineal von PRYM. Es erleichtert die Nähvorbereitung von Säumen aller Art. Du kannst messen, falten und bügeln in einem Arbeitsgang. Echt praktisch.

Nähen
Du hast nun die Ober- und die Unterseite Deines Gürtels fertig und legst die beiden Stoffstreifen exakt links auf links. Dann fixierst Du das Ganze, entweder vorsichtig mit Stecknadeln oder mit Stoffclips. Es darf beim Zusammennähen absolut nichts verrutschen. Auch darf an den Enden des Gürtels nichts überstehen. Alles muss millimetergenau aufeinander passen. Dabei können auch unsichtbare Klebebänder, wie z.B. Wondertape von PRYM, helfen.

Bevor es ans Zusammennähen geht, musst Du noch folgendes entscheiden:

Die Naht, die Du nun setzt, wird sichtbar sein. Überlege daher, mit welcher Stichlänge Du nähen möchtest. Ich empfehle 3-4 mm.

Auch die Garnfarbe ist entscheidend. Soll die Naht eher in Deinem Stoff verschwinden oder auffallen? Mit kontrastierendem Garn kann ja ein schöner Effekt entstehen. Um die Naht plastischer zu bekommen, könntest Du außerdem statt dem normalen Geradstich auch den 3fach Geradstich einsetzen. Hier geht die Nadel pro Stich immer dreimal hin und her, die Naht ist dann schön sichtbar, wie in der Konfektion.

Hast Du das alles entschieden, geht es nun ans Zusammennähen der Stoffteile. Das erfolgt von der Oberseite Deines Gürtels. Du musst knappkantig, d.h. sehr knapp an der Kante steppen.
Mein Tipp: wenn Deine Nähmaschine über „Nadelpositionen“ verfügt, dann legst Du den Gürtel unter den Nähfuß, richtest ihn aus und bewegst die Nadel in Millimeterschritten nach rechts bis kurz vor die Stoffkante. Außerdem empfehle ich Dir nun sehr langsam und sorgfältig zu nähen. Vielleicht lässt sich an Deiner Nähmaschine die Geschwindigkeit drosseln, wenn nicht, „Fuß vom Gas“.

Wer an seiner Nähmaschine einen Obertransporteur (PFAFF IDT-System) hat, ist klar im Vorteil. Hier wird der Stoff nämlich nicht nur von unten transportiert, sondern gleichzeitig auch von oben. So tanzt nichts aus der Reihe und der Gürtel wird perfekt.

Einmal ringsrum nähen und fertig ist der Gürtelstreifen.

Fertigstellung des Gürtels


Position des Dornes

Als nächstes musst die Position für den Dorn am Gürtelende markieren. Dabei ist entscheidend, ob Du eine Gürtelschnalle mit einem oder mehreren Dornen hast. Das hat Einfluss auf Anzahl und Platzierung der Ösen hinterher.  

Achte darauf, dass der Dorn richtig sitzt, er hat meist einen Abstand von ca. 4 cm – 5 cm zum Gürtelende. Hier nähst Du nun entweder ein kleines Mini-Knopfloch oder eine Öse, sofern Deine Nähmaschine diese in ihrem Stichrepertoire hat, und schneidest vorsichtig ein Loch rein. Du kannst natürlich auch hier eine Metallöse anbringen.

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Nun legst Du den Gürtelstreifen als Schlaufe um den Steg der Gürtelschnalle, steckst den Dorn durch das entstandene Loch und nähst auf der Rückseite den Überstand fest. Bitte vorher immer prüfen, dass alles richtigherum passiert. Das Gürtelende ist nun fertig.

Ösen anbringen
Auf der anderen Seite, der Gürtelzunge, arbeitest Du nun die Metallösen ein. Am besten lassen sich diese mit einer Ösenzange (Variozange von Prym) anbringen.

Hierfür markierst Du mit einem selbstlöschenden Stift oder einfach nur einem Filzstift (welcher ja aufgrund des Lochs dann wieder verschwindet), wo die Ösen genau sitzen sollen und wieviele Du anbringen möchtest. Dabei kannst Du Dich ja wieder an einem Gürtel orientieren, der gut passt. Die Abstände sollten dann alle gleichmäßig sein und die Löcher müssen mittig sitzen.

Dann stanzt du vorsichtig die Löcher durch die 3 Materiallagen, entweder mit einer Revolver-Lochzange (PRYM) oder dem Lochwerkzeug, das den meisten Ösenpackungen beiliegt.  Zum Schluß drückst Du die Ösen optimalerweise mit der Ösenzange (oder dem Ösenwerkzeug und einem Hammer) sorgfältig ein.  

Fertig ist Dein individueller Gürtel.     

Guertel selbernaehen smilla berlin

patchworkguertel von smilla

Gürtel selbernähen – Unendliche viele Designmöglichkeiten.

Du siehst also, Gürtel selbermachen ist kein Hexenwerk und macht viel Spaß. Vor allem kann man dieses Accessoire auch toll verschenken. Mit Liebe gemacht, denn so einen hat dann kein anderer auf der Welt. 

Schreib mir, wenn Du Fragen hast, oder zeig uns Deine Gürtelkreation auf facebook oder Instagram. 
Ich freu mich schon jetzt darauf,

Tina


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3 Gedanken zu „smilla Nähanleitung – Gürtel selbermachen
  1. #1
    Nähmaus

    Liebe Tina, ich wollte euch mal einen lieben Gruß hierlassen. Ich finde eure Nähanleitungen ganz wunderbar. Der Gürtel hier gefällt mir besonders gut und ich werde bald mal selbst versuchen einen zu nähen. Ich bin schon auf weitere schöne Anleitungen gespannt und sende herzliche Grüße aus dem Rheingau! Luise

    Antworten
    1. Tina
      #2
      Tina Artikelautor

      Liebe Luise, herzlichen Dank, das freut uns sehr. Wenn Du einen Gürtel genäht hast, dann schicke uns ein Bild davon, wir sind sehr gespannt…. Liee Grüße Tina

      Antworten